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Mord zur Kaffeezeit

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Pflaumenkuchen gefällig? Vielleicht mit einer Prise Arsen?

Der Nachmittag begann ganz harmlos. Mit einem voll besetzten Literaturcafé und dem duftenden Kuchenbuffet im Hintergrund.

Doch dann begann Jutta Müller-Kaiser Geschichten vorzulesen. Geschichten, die in bürgerlichen Welten spielten und zunächst ganz harmlos daheramen. Doch hinter gepflegten Fassaden lauerten Abgründe. Es ging um Frauen, die sich zu lange angepasst, geschwiegen oder sich zu viel hatten gefallen lassen. Bis sie irgendwann beschlossen, die Dinge nun selbst in die Hand zu nehmen. Oder eben zu backen.

Jutta Müller-Kaiser hatte hörbar Freude daran, den schwarzen Humor dieser Erzählungen auszuspielen und nebenbei darauf hinzuweisen, dass die Kuchen auf dem Buffett nicht nur thematisch passten, sondern auch selbst gebacken waren.

Vielleicht lag genau darin der besondere Reiz dieses Nachmittags: dass sich das Unheimliche und das Alltägliche so selbstverständlich begegnete. Mord und Pflaumenkuchen. Abgründe und Kaffeetafel. Schwarzer Humor und leckere Versuchungen.

Am Ende waren  besonders die wenigen männlichen Teilnehmer dem Kuchen gegenüber etwas argwöhnisch. Gegessen wurde er aber trotzdem.

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