Wir sind Weltmeister. Nicht mehr in Fußball oder Nachhaltigkeit, auch nicht in technologischer Innovation oder Bildungsgerechtigkeit. Wir sind Meister im Verdrängen. Das ist eine Disziplin, wie für uns geschaffen. Routiniert und geschmeidig schieben wir das Unangenehme beiseite und tun so, als hätten wir ein Recht darauf, uns immer weiter in die Scheiße zu reiten.
Dabei wissen wir längst, dass diese Art zu leben auf einem Fundament errichtet ist, das massiv bröckelt. Denn dafür verbrauchen wir Ressourcen, die endlich sind. Wir vergiften und vermüllen diesen Planeten, der unsere Lebensgrundlage ist. Wir bauen auf fossile Brennstoffe und nehmen dafür in Kauf, dass sie uns in Abhängigkeiten, in geopolitische Spannungen und das Wiederaufleben von Ressourcenkriegen bringen. Mit anderen Worten: Wir opfern eine Zukunft, die uns gar nicht gehört.
Denn eine immer heißer werdende Erde ist längst keine Metapher mehr, sondern messbare Realität. Das Meer erwärmt sich, Fische und Korallenriffe sterben, die Biodiversität steht auf dem Spiel, Regenwälder werden unverändert gerodet.
Wasser und Nahrung stehen nicht für alle Zeiten automatisch zur Verfügung, tatsächlich werden sie schon jetzt spürbar knapper. Eine Knappheit übrigens, die irgendwann auch nicht mehr nur ökonomisch zu regulieren sein wird, sondern militärisch. Das heißt: Wer überleben wird, entscheidet dann nicht mehr der Markt, sondern die Macht.
Die unbequeme Wahrheit also: Wie wir leben, hat Folgen. Für Menschen, die wir nie treffen werden. Für Länder, die wir nur aus den Nachrichten kennen. Für all die Kinder, die wir noch gar nicht geboren haben.
Freue mich wie immer über eure Kommentare (s. rechts oder ganz unten)