Hier erscheinen regelmäßige Beiträge und Rückblicke rund um das Literaturcafé. Seit November 2025 findet es alle sechs bis acht Wochen im Roten Salon des Domhotels Limburg statt. Mit wechselnden Moderator*innen sprechen wir über Themen, die im engeren oder weiteren Sinn mit Literatur, Schreiben und Lesen zu tun haben.
Ein paar Tische und Stühle, Kaffee und Kuchen, Menschen, die Bücher lieben und gute Gespräche – mehr braucht es nicht. Darin liegt das Konzept. Es geht nicht um Bestsellerlisten, die sich nach Verkaufszahlen richten, sondern um das, was bleibt, wenn man die letzte Seite umblättert.
Der Literaturkritiker Dennis Scheck hat es einmal treffend formuliert: „Wenn wir uns Restaurants anschauen, dann sind Filialen von McDonald’s die am meisten frequentierten – aber sagt uns das etwas über die Qualität?“
Wir können über Neuerscheinungen sprechen, über alte Bekannte, über Sätze, die man mit zwanzig leicht und mit sechzig schwer liest. Über Genres, die plötzlich boomen – Fantasy, Romantasy, New Adult – und warum sie das tun. Über BookTok, diesen digitalen Marktplatz der Emotionen, auf dem Bücher manchmal eine zweite Geburt erleben. Über die Geschichten, die das Leben schreibt. Und natürlich auch übers Schreiben selbst.
Wie eine Idee entsteht. Wann sie kippt. Warum Figuren bisweilen klüger sind als ihre Autor-innen. Was eine Agentur tut, und warum sie manchmal wichtig ist und manchmal nicht. Vielleicht wird eine Szene vorgelesen, die noch niemand kennt. Vielleicht sagt jemand, dass er immer schon schreiben wollte – und fängt jetzt endlich an.
Am Ende der Nachmittage könnte es noch einen Büchertausch geben.
Jede*r bringt ein Buch mit, lässt einen Gruß darin zurück und nimmt ein anderes mit nach Hause. Geschichten wechseln Besitzer, verlieren sich und tauchen wieder auf.
Später vielleicht Workshops. Themenabende. Ein Special mit literarischen Geschenkideen. Kleine, konzentrierte Runden: Von der Idee zum Buch. Figuren, die leben. Die Magie des ersten Satzes.
Man könnte sagen, es geht ums Handwerk, aber eigentlich geht es um Nähe. Denn Lesen ist keine einsame Tätigkeit. Es ist eine stille Form der Gesellschaft. Literatur verbindet, Geschichten schlagen Brücken zwischen Menschen, Generationen und Perspektiven.
Ich finde, in einer Zeit, in der so vieles digital geworden ist, mutet es wohltuend echt an, sich einfach an einem Tisch zu treffen, einander zuzuhören und miteinander zu sprechen.
Überraschungen sind möglich, Kaffee und Kuchen gesetzt.